Mittwoch, 16. März 2016

Etappe 3: „The same procedure as every day“

Sebastian berichtet: Heute wachen wir das letzte Mal in Tulbagh auf. Die heutige Etappe wird uns nach Wellington führen, wo wir unser Zelt für die nächsten Tage aufschlagen. D. h., genau genommen wird das Zelt für uns aufgeschlagen. Nach dem Frühstück beginnt der Morgen für mich mit einem Besuch in der „Medi-Clinic“, wo man mir dankenswerterweise die Hände bandagiert. Anders käme ich mit den Blasen der vergangenen Tage heute sicher nicht ins Ziel. Der Start verläuft dann recht angenehm. Mittlerweile sind zum Glück alle etwas angeschlagen. Im ersten Trailanstieg hat Felix wieder etwas Schwierigkeiten. Das Spiel kennen wir ja mittlerweile, „the same procedure as every day“ – seine Zeit wird später im Rennen kommen. Leider hängen wir im anschließenden Flachstück zwischen „Baum und Borke“. Das Loch zur Gruppe vor uns kann ich nicht zudrücken, ohne Felix abzukoppeln. Und die Gruppe hinter uns kennen wir schon von den vergangenen beiden Tagen. Keine Ahnung was die gegen uns haben. Jedenfalls fahren die genau so lange schnell, bis sie uns haben, nehmen dann die Beine hoch und lassen uns die Führung machen. Als ob wir hier die einzigen Konkurrenten wären. Hilfreich ist das nicht wirklich. Nichtsdestotrotz ergeben wir uns vorläufig unserem Schicksal und bleiben mit der Gruppe zusammen. Zwischendurch gibt’s mal ein sogenanntes „technical terrain“. Irgendjemand hat dort kindskopfgroße Steine ausgekippt. Langsam fahren ist unmöglich, weil man da an jedem Stein hängen bleibt. Und schnell fahren ist nicht lustig für Mensch und Maschine. Aber was soll’s, „wer bremst verliert“, „wer später bremst ist länger schnell“, „Geschwindigkeit bringt Sicherheit“, etc. – immerhin sind meine Hände von diesem Punkt an taub, sodass da nix mehr wehtun kann. Ansonsten sind die Wege häufig eine einzige Sandgrube. Ein ungeeigneteres Sandspielzeug als ein Fahrrad kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, es ist jedem auf Anhieb verständlich, dass das alles ein ziemliches Geeiere ist. Aber wir können uns nicht beschweren: die Bedingungen sind für alle gleich. Viel weiteres Nennenswertes passiert im mittleren Rennabschnitt nicht. Irgendwo schaut sich ein Pavian das Rennen vom Rand aus an. Der denkt sicher, wir haben einen an der Waffel. Wobei zumindest mein Hintern seinem nach der Etappe recht ähnlich ist – Schweiß in Kombination mit feinstem Staub tuen da ihr Übriges. Ca. bei Kilometer 60 gibt’s ein Novum beim diesjährigen Cape Epic: Ein Asphalt-Anstieg! Dieser fällt genau mit der Zündung des invertierten 60-km-Felix zusammen, sodass wir uns nun mit zwei weiteren Fahrern aus der Gruppe davonmachen können und auch noch ein Team vor uns aufsammeln. Der Rest des Rennens setzt sich aus feinsten Trails zusammen. Felix übertreibt’s aber gleich etwas und langt in den Dreck. Die initiale Befürchtung, dass es Radfahrers Liebling – das Schlüsselbein – erwischt hat, erweist sich glücklicherweise als falsch, sodass es recht schnell weiter geht. Es gibt am Ende noch ein paar Positionswechsel mit anderen Teams. Aber effektiv bleiben wir dort, wo wir sind. Am Ende ist das nach 103 Kilometern Rang 18. So kann’s doch weitergehen Photo by Gary Perkin/Cape Epic/SPORTZPICS

Dienstag, 15. März 2016

Etappe 2: Wir betreiben Schadensbegrenzung

Felix berichtet von der zweiten Etappe: Dank bester Organisation, gutem Wetter und früher Startzeit, ist für uns nach der Zieleinfahrt recht wenig zu tun. Da auch unsere Bikes die Belastungen der ersten beiden Etappen besser wegzustecken scheinen als ihre Fahrer – hier stellen sich so langsam die für Etappenrennen typischen Wehwehchen ein – ist für uns am Nachmittag nicht viel mehr zu tun, als uns in der Rider-Lounge zu entspannen und uns hin und wieder einen der überall erhältlichen Snacks zu genehmigen. Damit artet unser Cape Epic fast schon in Urlaub aus. Zumindest 19 Stunden am Tag. Schließlich sind da ja auch noch fünf Stunden Rad zu fahren, oder - wie im heutigen Fall - zu poltern. Aber der Reihe nach… Meine Nacht im Einmannzelt ist deutlich entspannter als die vorherige. Zumindest schlafe ich besser, was durchaus auch der Ermüdung der ersten Etappe geschuldet sein kann. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sorgen dafür, dass ich mich beim Erwachen um fünf Uhr morgens kurz in einer Tropfsteinhöhle wähne. Die Abwesenheit von Stalaktiten zeigt mir jedoch, dass es sich nur um Kondenswasser handelt, welches mir von der Zeltdecke ins Gesicht tropft. Im Gegensatz zum Zelt ist es draußen trocken und der Wetterbericht verspricht angenehmes Wetter: Das Thermometer sollte heute „nur“ auf knapp über 30 Grad klettern. Gestern waren es weit über 30 Grad. Das sollte uns schlechtwetter-verwöhnten Mitteleuropäern doch entgegenkommen. Von Startnervosität war auch nix mehr zu spüren und wir fühlten uns bereit für Etappe Nummer zwei. Den Draht von Weidezäunen ließen wir heute links liegen und sortierten uns zu Beginn des ersten und längsten Anstiegs des Tages am Ende der großen Spitzengruppe ein. Bis hier hin verlief alles nach Plan. Scheinbar hatte ich es jedoch verpasst, unseren Plan auch an meine Beine durchzugeben. Dies verweigerten nämlich gegen Mitte des langen Singletrailanstiegs die Arbeit völlig und ich wusste nicht, wie ich den Gipfel fahrend erreichen sollte. Zu diesem Zeitpunkt ging mir ein Zitat durch den Kopf, an dessen Urheber ich mich leider nicht mehr erinnern kann, das ich euch aber auch nicht vorenthalten möchte: „I know it’s hard and it’s okay to cry, but you can cry while pedaling.“ Geweint habe ich nicht, aber zumindest ordentlich geflucht, das aber immerhin noch fahrend. Zum Glück folgten nun einige flache Kilometer, und ich konnte mich in Sebastians Windschatten ein wenig erholen. Kurz vor der zweiten Verpflegung erreichten wie eine kleine Gruppe, die uns noch eine ganze Weile begleiten sollte. Wurde ich vor zwei Jahren noch auf Grund einiger Einbrüche nach ziemlich genau zweieinhalb Rennstunden noch als 60-Kilometer-Felix bezeichnet, wurde ich dieser Bezeichnung auch heute gerecht. Allerdings scheint der Wechsel von Rechts- auf Linksverkehr einige Synapsen zu viel umgepolt zu haben, sodass ich neben rechts von links auch Rennbeginn nicht mehr von Rennende unterscheiden kann. Warum auch immer – eine ausführliche Analyse unsererseits brachte jedenfalls kein Licht ins Dunkel – ab diesem Zeitpunkt lief es bei mir deutlich besser und ich konnte mich im Singletrailgeschlängel erstmals an der Führungsarbeit beteiligen. Mehrmals rissen wir eine Lücke zu unseren Konkurrenten, auf dem verblockten Untergrund dauerte es jedoch eine ganze Weile bis wir mit uns mit unserem Hardtail-Gepolter endgültig lösen konnten. Zu meiner Überraschung konnten wir im letzten Anstieg des Tages sogar noch einige direkte Konkurrenten aufsammeln und sahen unserer direkten Konkurrenten um eine Top-20-Platzierung weniger als eine Minute vor uns. Das Finale der Etappe bestand dann aus dem Singletrail, den ich mich einige Stunden zu vor hoch quälen musste. Kurz vor der Einfahrt in den Downhill standen noch ein paar Starter, die es gerade noch nach oben geschafft haben. Während ich im klimatisierten Zelt mit einem Cappuccino in der Hand diesen Blogeintrag verfasse, sind diese Fahrer noch einige Stunden unterwegs. Plötzlich erscheinen mir meine heutigen Leiden nur noch halb so schlimm. Aber zurück zum Renngeschehen. Hatte mich die Auffahrt traumatisiert, so war es Sebastian, dem der Downhill zu schaffen machte. Da es ihm mit den Blasen an den Händen vom gestrigen Tag schwerfiel, den Lenker festzuhalten und freihändig fahren nicht so wirklich eine Option war, galt es sicher im Ziel anzukommen und möglichst wenig Zeit zu verlieren. Da am Ende ein 21. Platz zu Buche steht und wir in der Gesamtwertung weiter unter den ersten 20 Teams platziert sind, würde ich dieses Unterfangen als erfolgreich bewerten. Wir sind weiter auf Kurs.

Montag, 14. März 2016

Etappe 1: Wir lassen uns weder von Drähten noch von Zebras aufhalten

Nach dem Vorgeplänkel gestern ging’s heute richtig los. Am Ende waren es 108 Kilometer auf ziemlich ruppiger Strecke bei brutaler Hitze (jedenfalls für uns - für afrikanische Verhältnisse ist es a****kalt und wir sehen einen Fahrer aus Ruanda, der noch eine Mütze unterm Helm hat). Wie wir uns jetzt fühlen? Keine Ahnung, wie man das beschreibt. Man müsste sich vermutlich schon mit dem Presslufthammer in die Sauna stellen und fünf Stunden lang bei parallel ausgeführten Kniebeuge eine Betonwand abreißen, um in unserem Zustand anzukommen. Aber der Reihe nach: Unser Tag beginnt 4:50 Uhr mit dem Versuch nach der ersten Nacht im Zelt wach zu werden. Kurz nach fünf sind wir pünktlich zum Frühstück fassen. Felix entdeckt Waffeln mit Erdnussbutter als neue „Droge“ – ein erstklassiges Rennfahrerfrühstück. Dazu schüttet er noch drei Tassen Kaffee hinter. Das kann ja heiter werden heute. Das Warmfahren wird weitgehend wegrationalisiert. Sowas machen nur die ganz Verrückten. Aber die werden spätestens morgen oder übermorgen auch damit aufhören (die um den Sieg fahrenden Profis mal ausgeschlossen). Nach dem Startschuss um sieben wird auf staubiger Strecke losgepflügt. Die Sicht im geschlossenen Feld beträgt genau null Meter – also völliger Blindflug. Wir müssen uns ganz schön anstrengen, um am Feld dranzubleiben. Klar, auf der ersten Etappe wollen es noch alle wissen. Dummerweise erwischt Felix ein anderthalb Meter langes Stück Draht. Dieses verwuschtelt sich in Schaltwerk und Hinterrad und wickelt sich noch dreimal um die Nabe. Es dreht sich damit gar nix mehr. Zum Glück haben wir ja schon Erfahrung im Ausfitzen (http://capeepic2016.blogspot.de/2016/03/es-geht-verbluffend-unspektakular-los.html). Nichtsdestotrotz dauert es eine ganze Weile bis wir wieder loslegen können. Wir sind damit natürlich erstmal das letzte der 41 UCI-Teams. Vielleicht ist das aber gar nicht so dumm, denn so können wir unser eigenes Rennen fahren und werden nicht verleitet zu überziehen. Es ist im Wesentlichen das gleiche Bild wie gestern: Die langen Berge am Anfang habe ich deutlich mehr Druck auf dem Pedal als Felix und er muss mich ständig zur Vernunft ermahnen. Trotzdem sammeln wir ein Team nach dem anderen ein. Das geht so weiter bis wir auf Platz 18 vorgefahren sind – nicht übel! Es geht ständig über herrliche Trails. Wie Felix gestern so schön schrieb, verlieren wir als Fahrtechniklegastheniker dort immer etwas Zeit. Aber es hält sich in Grenzen und wir gewöhnen uns so langsam wieder ans Geländeradfahren. Zu Hause war das ja im Winter nur sehr eingeschränkt möglich. Zwischenzeitlich ärgern wir mal ein Zebra, welches die Hufe nicht von der Strecke kriegt. Letztere ist übrigens extrem ruppig. Da wir zur Minderheit der Hardtail-Fetischisten zählen, ist das manchmal nicht ganz so lustig. Aber wir beißen uns durch. Im letzten Drittel des Rennens wird es flacher. Jetzt ist die Zeit des kleinen dicken Jungen, wie er sich selbst nennt, gekommen. Ich kann mich nur noch klein in seinem Windschatten machen und hoffen, dass es bei den Schlägen von unten keinen meiner Zähne erwischt. Einige Male muss ich Felix bitten, etwas den Druck vom Pedal zu nehmen, um mich nicht ins Delirium zu fahren. Hinten raus wird’s etwas zäh für uns beide. Wir biegen ständig ab und haben das Gefühl uns dem Ziel in immer kleiner werdenden Kreisen zu nähern. Irgendwann ist auch das geschafft. Wir haben Platz 18 ins Ziel gebracht, was jetzt auch unserer Gesamtwertungsplatzierung entspricht. Nicht übel. Felix sieht trotz Sonnencreme etwas aus wie ein Krebs. Ich habe die Sonnencreme heute früh vergessen, habe aber am Anfang genug Staub abgefangen, sodass mir das erspart bleibt. Die Welt ist manchmal ungerecht. Dafür habe ich von dem ständigen Gerüttel eine fette Blase an der linken Handinnenseite. Die ersten Wehwehchen sind also schon da. Auch wenn wir Männer sind, sollte das alles nix sein, was uns vom Radfahren abhält. Jetzt versuchen wir, uns zu erholen und irgendwie zu kühlen. Das ist allerdings nicht ganz so einfach, da selbst das kalte Wasser zu warm ist. Mal sehen, ob die Regeneration trotzdem gelingt und was der morgige Tag bringt …
Bilder von Nick Muzik und Sam Clark/Cape Epic 2016/SPORTPICS

Sonntag, 13. März 2016

Prolog: Der erste Renntag und die Rollen sind verteilt

Felix berichtet von der ersten Etappe: So langsam kehrt Ruhe ins Fahrerlager ein und es ist an der Zeit, den Tag Revue passieren zu lassen. Nachdem der gestrige Tag dank zahlreicher organisatorischen Aufgaben, Einschreibung und Managermeeting – hier waren sowohl unser Teammanager als auch unsere Mechaniker in Personalunion mit uns selbst anwesend – schnell verging, wurde es beim heutigen Prolog das erste Mal wirklich ernst. Wie immer vor dem ersten Rennen der Saison stellt sich bei mir eine gewisse Nervosität ein. Je näher unsere Startzeit rückte, umso nervöser wurde ich. Sebastian hingegen machte äußerlich einen entspannten Eindruck. Zu recht, wie sich einige Minuten später am ersten und längsten Anstieg des Tages herausstellte. Die Augen starr auf Sebastians Hinterrad gerichtet, versuchte ich seinem Höllentempo zu folgen. Innerlich stellte ich mich bereits darauf ein, von diesem Anblick für den Rest meines Radfahrerlebens traumatisiert zu werden, als wir endlich den Gipfel erreichten. In den folgenden Abfahrten und Flachstücken konnte ich mich dann erstmals vortriebswirksam an unserer Fahrt beteiligen. Um nicht schon am ersten Tag völlig zu überziehen, fuhr ich den zweiten Anstieg des Tages von vorn. Anstatt Sebastian auf dem Weg gen Ziel auszubremsen, vernahm ich jedoch ein geröcheltes „Langsamer!“ von hinten. In jedem anderen Rennen hätte das dazu geführt, dass ich beschleunigt hätte. Hier ist Sebastian aber Teampartner und nicht Konkurrent und ich kam seiner Bitte nach. Hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt den Wind noch auf unserer Seite, so sollte sich das mit dem Wendepunkt der Prologstrecke ändern und wir hatten mit heftigem Seiten- und Gegenwind zu kämpfen. 20 Zentimeter neben einem Stacheldrahtzaun fahrend, fühlte ich mich bei teils starken Böen nicht so recht wohl. Umso mehr begann ich mich aber mit den zahlreichen Anliegern und kleinen Sprüngen anzufreunden, was für einen Fahrtechniklegastheniker wie mich keine Selbstverständlichkeit ist. Im letzten Anstieg des Tages hatte ich dann wieder etwas zu kämpfen, während sich Sebastian erholt zeigte. So kristallisiert sich bereits im Prolog die Rollenverteilung für die kommenden Tage heraus: Der kleine dicke Junge fährt sich im Flachen die Seele aus dem Leib, und Sebastian schleift mich irgendwie mit über die Berge. Ins Ziel sind wir dann auch irgendwann gekommen: Mit ungefähr acht Minuten Rückstand auf die Spitze auf Platz 24 auch deutlich schneller als befürchtet. Die Vorbereitung über die letzten Monate kann also nicht ganz falsch gewesen sein. Nach dem Prolog hatten wir dann noch einen längeren Transfer zum morgigen Startort vor uns. Hier durfte ich lernen, dass Straßen nicht unbedingt asphaltiert sein müssen. Aber ich vertraute unserem Navi, das uns sicher ins Race-Village lotste. Da wir aufgrund der späten Startzeit erst recht spät ankamen, war das Beziehen der Zelte, der obligatorische Radcheck (Kurbel locker, zum Glück bemerkt), und das Vorbereiten der morgigen Etappe etwas stressiger, als mir lieb war. Aber jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist alles erledigt und abgesehen vom nahen Buschfeuer - aktuell steht der Wind noch günstig für uns - blicke ich optimistisch auf die morgige erste Etappe

Freitag, 11. März 2016

Es geht verblüffend unspektakulär los


Die gestrige Anreise zum Flughafen nach München klappt überraschend unspektakulär – nur eine Pullerpause, sonst nix was einer Erwähnung würdig wäre. Kartuschen nehmen wir diesmal lieber keine mit, um Unruhen wie vor zwei Jahren zu vermeiden. Auch beim Flug nach Kapstadt gibt’s absolut nichts Bemerkenswertes. Wir finden sogar ein wenig Schlaf. Die Radkartons passen dann heute früh in Kapstadt auch problemlos in den Mietwagen. Das hatten wir so nicht erwartet. Interessant wird‘s erst, als Felix beim Mietwagen die Bremse für die Kupplung hält und die Auswirkungen des Linksverkehrs auf den Richtungssinn des Kreisverkehrs nicht auf dem Schirm hat. Glücklicherweise fällt das aber noch rechtzeitig auf, sodass wir dann doch richtig herum fahren. Da sonst alles reibungslos funktioniert, sind wir viel zu zeitig, um im gebuchten Hostel einzuchecken. So vertreiben wir uns die Zeit am Hafen, essen Mittag sowie im direkten Anschluss eine unserer Sportart angemessene Portion Eis. Schließlich überpünktlich im Hostel angekommen, werden die Räder zusammengeschraubt. Das dauert länger als erwartet, da sich Felix‘ Kette bei abgeschraubtem Schaltwerk auf rätselhafte Weise verknotet hat. Wir stellen tiefgehende topologische Untersuchungen an. Immerhin können wir einigermaßen sicher sein, dass eine Lösung für das Problem der Ketten-Entknotung existiert. Das Ding wird ja wohl kein Flughafenmitarbeiter auseinandergenietet, verdreht und wieder zusammengenietet haben. Wir verzweifeln trotzdem fast daran und wollen schon den Schaltwerkskäfig abschrauben, als wir doch noch mehr oder weniger per Zufall den Knoten lösen können. Damit steht dann der ersten Runde mit dem Rad nichts mehr im Wege. Wir fahren zur Seilbahnstation am Tafelberg und noch auf den Signal Hill. Das alles bei bestem Wetter und herrlicher Aussicht auf Kapstadt und das Umland. Nur der Wind ist mitunter etwas eklig und lässt uns erahnen, dass die nächste Woche auf dem Rad hart werden könnte … aber morgen ist nochmal Schonzeit. Wir müssen uns lediglich registrieren und beim sagenumwobenen Manager-Meeting der „Pro-Teams“ teilnehmen, wobei Fahrer und Manager bei uns in Personalunion vereint werden. Mal sehen, was uns dort erwartet …

Donnerstag, 10. März 2016

Weitere Unterstützung aus der Region: Bauzentrum Gebr. Roth und MRE Etiketten

Felix, Sponsor Jens Roth und Sebastian (v. l. n. r.)
"Kommst Du mit in den Bauklotz" war für Sebastian früher ein geflügeltes Wort, wenn mal wieder Schrauben, Nägel, Werkzeug o. Ä. fehlten (oder auch Blumen – wobei diese aber selten viel Begeisterung hervorriefen ...). Gemeint ist damit der Baumarkt der BAUZENTRUM Gebr. Roth GmbH & Co. KG in Zwönitz. Jetzt unterstützt uns dieses Unternehmen bei unserer Reise nach Südafrika, wobei der Kontakt zu Geschäftsführer Jens Roth durch Steffen Werner von unserem Namenssponsor Maler Werner GmbH hergestellt wurde. Dabei ist Jens Roth in Radfahrerkreisen als Chef-Organisator der Zwönitzer Radtour mit ihren oft über 2000 Teilnehmern kein Unbekannter. Dieses Jahr geht es am 26.06. bereits in die achte Runde der Veranstaltung und es werden ganz sicher wieder viele Radbegeisterte aus der Region an der Tour teilnehmen - teilweise mit "dem Messer zwischen den Zähnen" wie bei der legendären Vier-Hübel-Tour. Dabei sein lohnt sich auf jeden Fall – genauso wie ein Besuch im Bauzentrum/Bauklotz wenn mal wieder eine Schraube oder ein Nagel fehlt ...

Komplettiert wird die Liste unserer Sponsoren durch die Mehner und Rust Etiketten GmbH (MRE). Auch hier kam der Kontakt über Steffen Werner zustande. Und auch hier hat Geschäftsführer Heiko Mehner etwas für den Radsport übrig, ist hin und wieder sogar selbst mit dem Bike unterwegs. Bei MRE in Lichtentanne bei Zwickau dreht sich alles um das Thema Qualitätsetiketten. Klingt nach einem unscheinbaren Artikel, aber wenn man sich einfach mal in dem für uns Radsportler existenziell wichtigen Ort "Küche" umschaut, wird einem die Bedeutung von Etiketten schlagartig bewusst. Bei Etappenrennen wie dem Cape Epic reicht dazu sogar oft der Blick aufs Oberrohr, wo man durch das Höhenprofil in Form eines selbstklebenden Etiketts recht häufig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird ...

Gut möglich, dass es dem ein oder anderen Leser bei der Vorstellung der Sponsoren so langsam etwas langweilig geworden ist. ABER: Ohne diese wäre das Unternehmen "Cape Epic" für uns schlicht nicht realisierbar! Wer sich ein bisschen mit der Materie auskennt, ist sich im Klaren darüber, wie schwierig es ist, als Radsportler Sponsoren zu finden. Umso mehr waren wir überrascht (und sind es immer noch), wie häufig wir bei der Suche nach Unterstützern für das Cape Epic auf offene Ohren gestoßen sind. Vielen Dank dafür!

Samstag, 5. März 2016

Admedio Erzgebirge: Unterstützung durch einen Steuerberater, der Licht ins Dunkel bringen kann


Mit der Steuerberatung Admedio Erzgebirge von Hendrik Wolf unterstützt uns ein treuer Sponsor von Sebastians Team TBR-Werner. Ursprünglich kam der Kontakt über einen WG-Mitbewohner von Sebastian zustande, welcher zugleich der Sohn des Chefs der Steuerberatung ist. Durch dessen Teilnahmen bei der im Erzgebirge legendären Vier-Hübel-Tour war der Bezug zu unserem Sport natürlich sofort vorhanden. Man glaubt es kaum, aber neben der großzügigen finanziellen Unterstützung ist es ein großer Vorteil, Kontakt zu einem Steuerberater zu haben. Die Frage des korrekten steuerlichen Umgangs mit den Zuwendungen der Sponsoren ist nämlich nicht ganz so einfach zu beantworten wie mancher vielleicht glaubt – jedenfalls nicht mit unserem beschränkten naturwissenschaftlich geprägten Verstand. Beim Versuch des Durchdringens der Regelungen steigt dann gern mal der „Logik-Prozessor“ des Gehirns aus und wird durch cholerische Anfälle ersetzt. Eine kurze Nachfrage bei Hendrik Wolf bringt zum Glück stets Licht ins Dunkel und am Ende ist dann doch meist alles wieder logisch und verständlich. So sind wir guter Hoffnung, nicht als Nachmieter von Uli Hoeneß zu enden …