Mittwoch, 16. März 2016

Etappe 3: „The same procedure as every day“

Sebastian berichtet: Heute wachen wir das letzte Mal in Tulbagh auf. Die heutige Etappe wird uns nach Wellington führen, wo wir unser Zelt für die nächsten Tage aufschlagen. D. h., genau genommen wird das Zelt für uns aufgeschlagen. Nach dem Frühstück beginnt der Morgen für mich mit einem Besuch in der „Medi-Clinic“, wo man mir dankenswerterweise die Hände bandagiert. Anders käme ich mit den Blasen der vergangenen Tage heute sicher nicht ins Ziel. Der Start verläuft dann recht angenehm. Mittlerweile sind zum Glück alle etwas angeschlagen. Im ersten Trailanstieg hat Felix wieder etwas Schwierigkeiten. Das Spiel kennen wir ja mittlerweile, „the same procedure as every day“ – seine Zeit wird später im Rennen kommen. Leider hängen wir im anschließenden Flachstück zwischen „Baum und Borke“. Das Loch zur Gruppe vor uns kann ich nicht zudrücken, ohne Felix abzukoppeln. Und die Gruppe hinter uns kennen wir schon von den vergangenen beiden Tagen. Keine Ahnung was die gegen uns haben. Jedenfalls fahren die genau so lange schnell, bis sie uns haben, nehmen dann die Beine hoch und lassen uns die Führung machen. Als ob wir hier die einzigen Konkurrenten wären. Hilfreich ist das nicht wirklich. Nichtsdestotrotz ergeben wir uns vorläufig unserem Schicksal und bleiben mit der Gruppe zusammen. Zwischendurch gibt’s mal ein sogenanntes „technical terrain“. Irgendjemand hat dort kindskopfgroße Steine ausgekippt. Langsam fahren ist unmöglich, weil man da an jedem Stein hängen bleibt. Und schnell fahren ist nicht lustig für Mensch und Maschine. Aber was soll’s, „wer bremst verliert“, „wer später bremst ist länger schnell“, „Geschwindigkeit bringt Sicherheit“, etc. – immerhin sind meine Hände von diesem Punkt an taub, sodass da nix mehr wehtun kann. Ansonsten sind die Wege häufig eine einzige Sandgrube. Ein ungeeigneteres Sandspielzeug als ein Fahrrad kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, es ist jedem auf Anhieb verständlich, dass das alles ein ziemliches Geeiere ist. Aber wir können uns nicht beschweren: die Bedingungen sind für alle gleich. Viel weiteres Nennenswertes passiert im mittleren Rennabschnitt nicht. Irgendwo schaut sich ein Pavian das Rennen vom Rand aus an. Der denkt sicher, wir haben einen an der Waffel. Wobei zumindest mein Hintern seinem nach der Etappe recht ähnlich ist – Schweiß in Kombination mit feinstem Staub tuen da ihr Übriges. Ca. bei Kilometer 60 gibt’s ein Novum beim diesjährigen Cape Epic: Ein Asphalt-Anstieg! Dieser fällt genau mit der Zündung des invertierten 60-km-Felix zusammen, sodass wir uns nun mit zwei weiteren Fahrern aus der Gruppe davonmachen können und auch noch ein Team vor uns aufsammeln. Der Rest des Rennens setzt sich aus feinsten Trails zusammen. Felix übertreibt’s aber gleich etwas und langt in den Dreck. Die initiale Befürchtung, dass es Radfahrers Liebling – das Schlüsselbein – erwischt hat, erweist sich glücklicherweise als falsch, sodass es recht schnell weiter geht. Es gibt am Ende noch ein paar Positionswechsel mit anderen Teams. Aber effektiv bleiben wir dort, wo wir sind. Am Ende ist das nach 103 Kilometern Rang 18. So kann’s doch weitergehen Photo by Gary Perkin/Cape Epic/SPORTZPICS

Kommentare:

  1. Auch wenn ich das Gefühl habe, ich bin an dieser Stelle fast der Einzige, der den Kommentarbutton findet....Jungs - ihr macht das ganz super. Über das Rennergebnis brauchen wir ja nicht reden. Hammer!!! Und die Tagesberichte stehen dem nicht nach. Bleibt dran! Leckt eure Wunden und dann: Toi!Toi!Toi! für Morgen.

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  2. Salve! Ganz großes Kino hier: wie abgebrüht ihr hier über eure Topleistung berichtet... der Hammer... he, ihr fahrt in den Top 2o! Macht weiter so...ankommen ist alles...!

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  3. Wir wünschen Euch weiterhin soviel Erfolg. Absolut top eure Platzierung. Gute Erholung bleibt weiterhin so dabei und gesund. Viel Glück Morgen

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  4. Wir wünschen Euch weiterhin soviel Erfolg. Absolut top eure Platzierung. Gute Erholung bleibt weiterhin so dabei und gesund. Viel Glück Morgen

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  5. Saubere Leistung jungs, weiter so! Und auch noch einen dank für die tollen Bereichte jeden Tag, ich denke das fällt nach den Strapazen auch nicht immer leicht!

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